... hat mir vorhin mein exemplar des scheidungsantrags ausgehändigt, den mein noch-gatte über seinen anwalt hat stellen lassen. ich hätte gedacht, dass sich mein herzschlag beschleunigt beim öffnen des umschlags, dass mich ein trauriges gefühl überfällt oder ich zumindest das bedürfnis habe, sofort einen caipi zu mir zu nehmen.
stattdessen: nichts von alldem.
wirklich wundern tut mich das nicht. wie immer in situationen, in denen ich funktionieren muss, regt sich eher so ein: "ist das spannend!! und interessant!!"-gefühl. wie das rennpferd, das darauf wartet, dass die startbox aufgeht und es endlich loslaufen darf... ich kenne das von wichtigen prüfungen, dem warten auf die allererste wehe, dem moment, nachdem der erste chemozyklus in meinen venen verschwunden war... was kommt jetzt???
jetzt sagt ihr sicher: die spinnt doch!! die kann doch nicht ihr abitur, die geburt ihres ersten kindes und die chemotherapie emotionsmäßig alles in einen topf werfen... holt den plüschiather!!
doch. das gefühl ist das gleiche. es wurde etwas angestoßen, was mein ganzes leben ändert. natürlich ist es jetzt bei der scheidung so, dass die veränderungen quasi schon stattgefunden haben. aber letztlich steht am ende der geschichte mein neuer familienstand: geschieden.
und, auch wenn der ganze papierkram mich schreckt und die formalitäten sich noch lange hinziehen können, irgendwie bin ich froh, dass jetzt bald alles geregelt ist.
und nein... ich brauche keinen psychiather... ganz sicher nicht.